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Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland braucht Stärkung – keine Kürzungen

Berlin, im März 2026

Die in der KoSyMa kooperierenden Softwarehersteller für ambulante Psychotherapie repräsentieren Unternehmen, deren Praxisverwaltungssysteme in 94 % aller ambulanten psychotherapeutischen Praxen in Deutschland im Einsatz sind. Wir begleiten die tägliche Versorgungsrealität von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie deren Patientinnen und Patienten seit Jahrzehnten.

Wir verstehen uns als enger und verlässlicher Partner der psychotherapeutischen Profession. Aus dieser Perspektive heraus, nah an den Praxen, nah an den Prozessen der psychotherapeutischen Versorgung, nehmen wir zu den aktuell diskutierten Vergütungskürzungen in der ambulanten Psychotherapie Stellung.

Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland steht bereits heute unter Druck:

Zu wenige Therapeutinnen und Therapeuten: Der Bedarf an psychotherapeutischer Behandlung übersteigt das verfügbare Angebot bei weitem. Gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten warten aufgrund begrenzter Kassensitze unter Umständen Monate auf einen Behandlungsplatz.

Unattraktive Ausbildungswege: Die Ausbildung zur Psychotherapeutin bzw. zum Psychotherapeuten ist aufwändig, langwierig und kostenintensiv. Für Absolventinnen und Absolventen wird sie angesichts unsicherer wirtschaftlicher Perspektiven zunehmend unattraktiv.

Strukturelle Unterfinanzierung: Die bestehenden Vergütungsstrukturen decken den tatsächlichen Aufwand einer qualitativ hochwertigen psychotherapeutischen Versorgung bereits jetzt nicht angemessen ab. Gleichzeitig ist das Niveau der Vergütung in der Psychotherapie weit unter dem der haus- und fachärztlichen Versorgung.

Diese Ausgangslage ist ernst. Sie gefährdet die Versorgungssicherheit für Millionen von Menschen in Deutschland, die auf psychotherapeutische Behandlung angewiesen sind.

Vor diesem Hintergrund sind die aktuell diskutierten Kürzungen der Vergütung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus unserer Sicht inakzeptabel und kontraproduktiv. Sie senden ein dreifach falsches Signal:

Ein falsches Signal an die Patientinnen und Patienten: Wer psychische Erkrankungen strukturell schlechter vergütet, verschlechtert die Versorgungslage für alle Betroffenen weiter. Längere Wartezeiten, weniger Therapieplätze und der Rückzug von Therapeutinnen und Therapeuten aus der Versorgung wären die unmittelbaren Folgen.

Ein falsches Signal an die Therapeutinnen und Therapeuten: Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die bereits heute unter wirtschaftlichem Druck arbeiten, werden durch weitere Kürzungen in ihrer Berufsausübung geschwächt. Der ohnehin schon spürbare Nachwuchsmangel wird sich weiter verschärfen, wenn die wirtschaftliche Grundlage der Freiberuflichkeit weiter erodiert.

Ein falsches Signal an die Gesellschaft: Psychische Gesundheit ist keine Randerscheinung – sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Kürzungen in der psychotherapeutischen Vergütung konterkarieren politische Bekenntnisse zur Stärkung der mentalen Gesundheitsversorgung und sind mit dem Anspruch einer solidarischen Gesundheitsversorgung nicht vereinbar.

Die KoSyMa unterstützt ausdrücklich und vollumfänglich die Forderungen der psychotherapeutischen Verbände sowie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): Die Vergütung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung darf nicht gekürzt werden.

Wir fordern die zuständigen politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf, die vorliegenden Kürzungspläne zurückzunehmen und stattdessen eine angemessene, zukunftsfeste Vergütungsstruktur zu gestalten, die der Bedeutung psychotherapeutischer Versorgung gerecht wird.

Als Unternehmen, die tief in der Versorgungsrealität verankert sind, stehen wir bereit, den politischen und fachlichen Diskurs mit belastbaren Daten und praxisnahen Einblicken zu unterstützen. Wir bieten unsere Expertise an, um gemeinsam mit Verbänden, Politik und Selbstverwaltung tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland braucht Stärkung – keine Kürzungen.